Zensur im Internet
In einem Großteil der Welt werden die Inhalte des Internets zensiert. Von dieser Zensur sind die führenden Industrienationen (USA, Mitgliedsstaaten der EU, Kanada, Australien etc.) betroffen und vor allem auch muslimische Länder und China.
In Deutschland ist seit April 2009 durch die Änderung des Telemediengesetztes die Zensur von Internetseiten möglich, die kinderpornographische Materialien beinhalten. Desweiteren ist es verboten NS-Kriegsverbrechen zu verherrlichen oder den Holocaust zu leugnen, wobei das Verbot solcher Seiten ist jedoch nur möglich ist, sofern sich der dazugehörige Server in Deutschland befindet.
Allgemein werden hauptsächlich nur Internetseiten mit kinderpornographischen oder teilweise auch gewaltverherrlichenden Inhalten gesperrt. Jedoch wird in einigen Ländern die Forderung nach einer Zensur von Filesharing-Netzwerken und Glücksspielangeboten immer größer.
Einige Länder zensieren jedoch auch aus politischen Gründen das Internet. China oder Militärregierungen wie in Myanmar sperren oftmals Seiten von Oppositionellen und Kritikern des Systems. Dies ist ein massiver Einschnitt in die freie Willensbildung der Menschen, zumal auch die Presse und Medien teilweise manipuliert werden. Desweiteren werden auch Menschen bedroht, die kritische Kommentare zur Regierung äußern.
Arabische und muslimische Länder wie der Iran geben zu hundertausende Internetseiten zu sperren. Diese umfassen hauptsächlich Seiten mit pornographischen Inhalten, da diese in den jeweiligen Ländern verboten sind.
Jedoch ist die Effizienz dieser Zensur sehr umstritten, da häufig Inhalte zensierter Seiten auf neue, noch nicht zensierte Seiten verlagert werden. Die Medienberichterstattung über die Zensur bringt zusätzlich Informationen über diese Websites an Menschen, die daraufhin nach ähnlichen Seiten suchen könnten. Desweiteren ist die Zensur sehr kostenintensiv und aufwändig.
Desweiteren kollidiert die Zensur oftmals mit den modernen Vorstellungen von Freiheit. So ist in vielen Fällen die freie Meinungsäußerung nicht mehr möglich. Desweiteren ist, sofern einmal irgendwelche Daten zensiert werden, die Hemmschwelle zur Ausweitung dieser Zensur wesentlich geringer und deshalb besteht auch in Deutschland die Gefahr, dass weitere Seiten unzugänglich gemacht werden. So wurde nach der Sperrung der ersten Kinderporno-Seiten in Deutschland der Ruf nach einer Zensierung des Filesharing-Anbieters Rapidshare laut, welcher möglicherweise auch kinderpornographische Inhalte auf seinen Servern haben könnte. Auch Glücksspielanbieter sollen nach den Aussagen einiger Sprecher gesperrt werden. Ob dies jedoch in nächster Zeit passieren wird ist jedoch fraglich.